Li

 
Li hat 3 Hyperemesisschwangerschaften erlebt. In der 3.Schwangerschaft ist ihr Sohn gestorben.Sie hat die Hyperemesisschwangerschaften zwar als schlimm empfunden, aber den Tod ihres Babys hat sie als noch schlimmer erlebt. (20.10.2007)
 
Liebe Chrissi



Ich habe deine Berichte und den Bericht deines Mannes vor zwei Wochen gelesen. Auch ich leide an Hyperemesis. Bei der ersten Schwangerschaft ist es so, wie dein Mann beschrieben hat: Frau und Mann hoffen, dass es nach 12 Wochen mit der Übelkeit vorbei sein wird. Wir haben dann auch das ganze Programm mit Spitalaufenthalt und verschiedenen Medikamenten durchgemacht. Schlussendlich hat nur Gebären gegen die starke Übelkeit und die unzähligen Male Erbrechen geholfen. Nach zwei Jahren hat dann unser zweites Kind das Licht der Welt erblickt. Die Schwangerschaft war ähnlich beschwerlich. Wir haben auch wieder verschiedene Medikamente, Nahrungsmittel, etc. ausprobiert, nichts, nur gebären hat geholfen. Beim Lesen der verschiedenen Berichte habe ich mich immer wieder gefragt, gibt es etwas Schlimmeres als Hyperemesis? Meine Antwort als schwangere, brechende, von Übelkeit geplagte Frau lautete: NEIN. Mein Mann hat mich während den Schwangerschaften tatkräftig unterstützt, so wie es dein Mann so treffend beschreibt.



Seit zehn Tagen ist unser Leben nicht mehr wie zuvor:



Der Schock kam in der 13. Schwangerschaftswoche: Die Ärztin teilte uns die schreckliche Nachricht mit, dass unser Baby wegen einem schweren Herzfehler und einem offenen Bauch nicht lebensfähig sein wird. Das hat uns tief traurig gemacht. Viele Fragen und Ängste beschäftigten uns die folgenden Tage. Für mich war klar, dass ich das Kind, trotz der schweren Schwangerschaftsübelkeit austragen würde. Bereits beim zweiten Ultraschall am Sonntag vor einer Woche hatte das kranke Herz aufgehört zu schlagen. Am Montag danach gingen wir in das Spital um die Geburt einzuleiten. Da unsere grossen Kinder durch die Grosseltern sehr gut betreut waren, hatten mein Mann und ich Zeit, mit der Trauerarbeit zu beginnen und die Geburt in Gedanken vorzubereiten. Unser Sohn wurde am letzten Donnerstagnachmittag geboren. Beim Anblick des kleinen Menschen haben wir gesehen, dass er auf dieser Welt keine Überlebenschance gehabt hätte.



Die kommenden Wochen werden für uns zu einer grossen Herausforderung, denn erst jetzt fehlt unser Kind! Die vergangenen sehr intensiven Schwangerschaftsmonate, mit der starken Schwangerschaftsübelkeit, drücken nun zusätzlich zum Verlust des Kindes auf unseren Alltag.



Nun kann ich also sagen, dass eine Hyperemesis zwar eine schwierige und sehr anstrengende Krankheit (für alle Beteiligten) ist, aber nicht zu vergleichen mit dem Verlust eines geliebten Kindes.