Stille Geburt nach HG

Sonja2, Samstag, 10. August 2019, 19:38 (vor 12 Tagen) @ Floe

Liebe Floe,

mein Beileid. Wie schlimm für Dich und für Euch. Das war bei meinen beiden HG-Schwangerschaften mein absoluter Alptraum: ich quäle mich durch diese schlimmen, schlimmen Wochen und dann war es umsonst. Bei mir ist es gut gegangen und ich habe zwei gesunde Kinder. Aber dass Du das nun erleben musst tut mir sehr, sehr leid.

Die Angst vor den Medikamenten kenne ich gut. Ich fand, dass im schwangeren Zustand die Entscheidung etwas wie Ondansetron (Zofran) zu nehmen auch wirklich schwer ist. Mein Mann musste mir vor der zweiten Schwangerschaft versprechen, dass er mich in der Schwangerschaft daran erinnert, dass ich vor der Schwangerschaft beschlossen hatte – und gute Gründe dafür sprachen - Ondansetron zu probieren. Zwischen den Schwangerschaften hatte ich mit Embryotox telefoniert und mich mit meinen Ärzten beraten. Zwei Ärzte sagten, sie fänden es unverantwortlich, wenn ich nochmals schwanger werden sollte und NICHT Ondansetron nehmen würde, falls es erneut so schlimm werden würde wie in der ersten Schwangerschaft. Die Hyperemesis ist ja nicht ganz ungefährlich für uns Mütter – und Hyperemesis, Austrocknung und Mangelernährung hinterlässt auch Spuren bei den Kindern. Auszuhalten ist nicht immer die bessere Wahl. Aber mit dem zarten Leben im Bauch und noch dazu in diesem elenden, üblen Zustand sind so rationale Entscheidungen schwer zu treffen – so ging es mir jedenfalls.

Ich finde es ein ganz mieses Schicksal, dass Dich getroffen hat. Ein Kind so spät in der Schwangerschaft zu verlieren ist hart genug. Dafür aber lange, qualvolle Tage und Wochen gekämpft zu haben, so unendlich lange Zeit im Zustand der quälenden Übelkeit vegetiert zu haben und dann diesen Verlust zu erleben, das ist tragisch. Und das bereits ein zweites Mal erleben zu müssen stelle ich mir sehr schmerzhaft vor.

Ich wünsche Dir Trost.

Alles Liebe, Sonja


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