Stille Geburt nach HG

Floe, Mittwoch, 14. August 2019, 20:40 (vor 8 Tagen) @ Sonja2

Liebe Sonja,
tatsächlich fand ich bei den Schwangerschaften das Brechen gar nicht so schlimm, wie die andauernde Übelkeit. In meiner letzten Schwangerschaft habe ich Anfangs zwar schon noch so 10 mal am Tag erbrochen, aber tatsächlich eher Vormittags und bei Anstrengung (wobei ja schon super anstrengend ist aufzustehen), aber danach ging es einigermaßen. Aber mir war einfach immer, immer schlecht, das fand ich genauso schlimm wie das Spucken an sich. Wir waren dann in der 10 SSW. eine Woche im Urlaub, da saß ich dann viel einfach draußen rum und habe versucht etwas zu essen und zu trinken, und da habe ich tatsächlich nur noch so 1-2 Mal am Tag erbrochen. Das fand ich total verrückt, weil ich es immer lächerlich fand, wenn jemand das Erbrechen auf die Psyche zurückgeführt hat, aber da war es echt besser als Zuhause. Während der ganzen Schwangerschaft habe ich aber immer Essen und Trinken drin behalten können, ganz anders als in der davor, in der ich auch keine Flüssigkeiten bei mir behalten konnte. Und ab der 12 Woche ging es mir diesmal wieder echt ganz okay. Immer noch Übelkeit über den ganzen Tag, aber kaum noch Erbrechen.

Und ja, da war es wirklich so, dass im Krankenhaus kein Handlungsbedarf gesehen wurde. Ich saß stundenlang im Wartezimmer, bis eine Urinprobe genommen wurde, da wurden wohl Ketonkörper (?) gefunden, da wurde dann plötzlich schnell gehandelt. Aber man fühlt sich doch irgendwie eher missverstanden, wenn man bei jeder Visite darauf hingewiesen wird, dass man doch am besten eher kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt essen soll, und viel stilles Wasser und Kräutertee. Der Hinweis, dass ja keine Mahlzeiten und auch sonst nichts drin bleibt, wurde einfach immer überhört...

Aber auch wenn die letzte Schwangerschaft wirklich viel besser war als die davor, ich nicht abgenommen habe und nachmittags mit den Kindern spielen konnte, finde ich die Übelkeit über den ganzen Tag einfach so zermürbend. Wenn man nach 2 Tagen schon denkt, dass man nicht mehr kann und aber weiß, dass es noch Wochenlang so weitergeht. Meine große Tochter hat auch gesagt, dass sie nicht möchte, dass wir noch ein Baby bekommen. Vorher hat sie sich auf das Geschwisterchen gefreut, ich denke das zeigt, dass es auch für sie eine schwierige Zeit war mit einigen Entbehrungen und mit weniger Mama-Zeit. Natürlich merkt sie auch, dass wir traurig sind, und möchte das wahrscheinlich nicht noch mal, aber ich denke die Schwangerschaft an sich ist für sie schon auch belastend gewesen.

Das es die Vermutung gibt, dass für die Plazentaablösung ein dreifach erhöhtes Risiko besteht, wusste ich auch nicht. Aber wenn man sich die Prozentzahlen anschaut ist es natürlich auch immer noch sehr selten - aber irgendjemand muss wohl leider zu den 1,1 % gehören...

Essen und Trinken, und auch das Leben genießt man nach so einer Schwangerschaft wirklich ganz anders! Vor allem im Februar war das bei mir so, da habe ich an dem Tag der Ausschabung das letzte Mal gespuckt und dann ging es mir endlich endlich besser - auch wenn die Übelkeit an sich auch danach noch ca. eine Woche anhalten hat. Diesmal ging es mir schon seit zwei Wochen ziemlich gut, da hatte ich mir auch schon Gedanken gemacht ob alles in Ordnung ist. Aber trotzdem ist es wirklich einfach schön, Lust aufs Essen zu haben :)

Liebe Grüße,
Floe


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