Zähne schützen?

Sonja2 @, Montag, 23. September 2019, 09:26 (vor 24 Tagen) @ Paulina.

Liebe Paulina,

hast Du mal darüber nachgedacht ins Krankenhaus zu gehen? Ich finde, dafür spricht in Deiner Situation sehr, sehr viel. Du erbrichst seit 5 Wochen bis zu 13 Mal am Tag, hast mitunter Blut im Erbrochenen und bist ambulant gar nicht versorgt. Im Krankenhaus würde man die Ketone überprüfen, man würde nachsehen, ob Du sich die Elektrolyte verändert haben (Natrium, Kalium), man würde Dir Infusionen geben, man könnte ein internistisches Konsil veranlassen mit der Frage, ob es eine Magenbeteiligung gibt (Erbrechen wird abends später) und ob die Speiseröhre geschützt werden muss, man könnte auch die Schilddrüsenangelegenheit gleich betrachten, gerade weil die Schilddrüse durchaus differenzialdiagnostisch bei HG abgeklärt gehört und man könnte besprechen, welche weitere Behandlungsstrategie bei Dir sinnvoll ist.

Die Flüssigkeitsinfusion wird Dir guttun. Es gibt hier immer wieder Frauen, die erhalten im Krankenhaus zwei Liter Flüssigkeit am Tag und das Vomex iv dazu. Und es geht ihnen so viel besser. Dann kommen sie nach Hause und es geht ihnen wieder sehr schlecht, obgleich sie die gleiche Menge oder mehr an Vomex nehmen. Und dann wundern sie sich, warum das Vomex zu Hause nicht wirkt. Das mag an der unterschiedlichen Gabe oral versus iv liegen. Ich vermute aber, dass zu Hause vor allem die Flüssigkeitsgabe fehlt. Meine Erfahrung zumindest war, dass eine Flüssigkeitsinfusion bei HG wirklich Wunder bewirkt.

Der zweite Vorteil am Krankenhausaufenthalt wäre, dass dann "amtlich" ist, dass Du eine HG hast. "Eine Frau, die spuckt, aber nicht ins Krankenhaus muss, der kann es nicht so schlecht gehen" - das wird häufig vermutet. Eine reine ambulante Versorgung bei HG funktioniert nur mit wirklich kompetenten und unterstützenden Ärzten - und auch dann nur manchmal. Und diese Versorgung hast Du nicht. Also bitte gehe ins Krankenhaus. Du hast keine kleinen Kinder, die Du versorgen musst. Du musst Dich nur um Dich und um Dein in Dir wachsendes Baby kümmern. Und dem würde es guttun, wenn der Flüssigkeitshaushalt und Ernährungszustand der Mama mal betrachtet wird, denn das hat durchaus auch Auswirkungen auf das Baby.

Jetzt würde ich Dir an sich anbieten zu überlegen, ob mir ein Krankenhaus in Deiner Umgebung einfällt, von dem HG-Betroffene Gutes berichtet haben - falls Du Dich dazu entschließen solltest dort hinzugehen. Aber vielleicht willst Du ja in diesem Fall Deinen Wohnort hier nicht preisgeben. Deshalb habe ich oben meine E-Mail-Adresse eingestellt (Briefumschlag neben meinem Namen).

Alles Liebe, Sonja


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