Same Shit different Baby

Sonja2 @, Samstag, 29. Februar 2020, 23:23 (vor 33 Tagen) @ MrsSunshine

Hallo, liebe „Mrs Sunshine“,

herzlichen Glückwunsch zu Deiner zweiten Schwangerschaft. Ich selber habe zwei Kinder nach zwei HG-Schwangerschaften geboren. Die HG war bei der zweiten Schwangerschaft deutlich schlimmer als bei der ersten. Was mir geholfen hat: Infusionen und Medikament und das Festhalten an meinem Traum von einem Leben mit Kindern. Als ich in der ersten Schwangerschaft im Krankenhaus lag – und ich lag sehr lange im Krankenhaus – da bekam ich auch mit, dass bei anderen Frauen die Schwangerschaft vorzeitig endete oder dass sie mit Blutungen aufgenommen wurden und bangten. Also fragte ich mich: Wenn ich die Wahl hätte zwischen Blutung und HG, was würde ich wählen? Ich entschied mich für die HG. Nicht dass ich die Wahl gehabt hätte … aber es half mir, mir vor Augen zu führen, dass dieser wahrlich absolut elende Zustand immerhin zum Schluss mit einem Kind belohnt werden wird. Und als ich in der zweiten Schwangerschaft mit Ondansetron versorgt wurde, ein Medikament, welches für Chemo-Patienten entwickelt wurde, und durch das die Chemotherapie ein bisschen von ihrem Schrecken verloren hat, da sagte ich mir: Immerhin nehme ich dieses Medikament und quäle mich durch diesen Zustand und werde am Schluss ein neues Leben im Arm halten. Andere nehme das Medikament und wissen nicht, ob ihr Leben bald zu Ende gehen wird. Erneut war ich etwas bereiter, dieses Schicksal zu akzeptieren. Das war, was mir half. Und Zuspruch. Und Respekt seitens einiger Ärzte, die mir zeigten, dass sie es bewundern, dass ich mich wissentlich erneut auf diese Qual eingelassen habe und sie durchstehe. Das hat mir auch geholfen. Es hat mich getragen.

Du fragst, was man rezeptfrei erhält. Ich frage mich, wie Deine medizinische Versorgung aussieht. Hast Du einen Frauenarzt UND einen Hausarzt Deines Vertrauens? Wer hat Deinen Zustand im Auge und kontrolliert, ob Du austrocknest, ob die Elektrolyte stimmen? Hättest Du, wie in der letzten Schwangerschaft, erneut die Möglichkeit auch ambulant mit Infusionen versorgt zu werden? Wie stehen Deine Ärzte zu den verschiedenen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten? Du wirst Ärzte brauchen, die Dich versorgen - und die Dir zu einer Haushaltshilfe verhelfen können, damit Dein Kind versorgt ist. Die HG ist behandelbar. Es gibt viel mehr als Vomex und Meclozin an Behandlungsmöglichkeiten.

Zu Deiner Frage bezüglich Erfahrungen mit Meclozin: Ich hatte Meclozin in der zweiten Schwangerschaft genommen. Ich hatte es vor der Schwangerschaft bereits verordnet bekommen und besorgt gehabt, so dass es das erste Medikament war, mit dem meine beginnende HG behandelt wurde. Mir war unter Meclozin noch übel – es half gegen das Erbrechen, aber weniger gegen die Übelkeit. Etwa eine Woche lang hat es die Häufigkeit des Erbrechens eindämmen können, dann hat es bei mir nicht mehr ausreichend gewirkt und ich bekam Ondansetron. Flau war mir nicht. Müde war ich und das ist bei der Medikamentengruppe auch zu erwarten. Du solltest unter Meclozin nicht Auto fahren. Es schränkt die Reaktionsfähigkeit ein. Das ist im Alltag mit einem Kind jetzt ein ziemlich unpraktikabler Rat, das ist mir bewusst. Aber auch dieser Aspekt verdeutlicht, dass Du Unterstützung benötigst. Ich hoffe sehr, dass Du sie erhalten wirst.

Alles Liebe, Sonja


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