Agyrax, Schwindel und Entspannung

Bonsai, Montag, 25. Mai 2020, 20:48 (vor 479 Tagen) @ TheresaSa

Liebe TheresaSa,
erstmal Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft. Du hast Recht: Hyperemesis hat nichts mit Sensibelchen zu tun. Eher muss frau ganz schön kämpferisch veranlagt sein, um das zu überstehen. Also kannst du schon mal mächtig stolz auf dich sein, dass du diesen Kraftakt schon einmal vollbracht hast. Das sollen alle mit dummen Sprüchen erstmal nachmachen.

Mein Sohn war 2,5 Jahre alt, als ich das zweite Mal schwanger wurde. Wir haben ihm bereits sehr zeitig gesagt, dass ich ein Baby erwarte und deswegen spucken muss. Wir haben ihm auch versichert, dass alles nach der Geburt wieder gut wird. Da die Geburt für den November anvisiert war, haben wir immer gesagt: "Bis Weihnachten ist wieder alles gut!" Es gibt Kinderbücher, wo das ganz sensibel thematisiert wird (also nicht die Hyperemesis, nur die Schwangerschaft). Aber wir hatten das große Glück, dass in seiner Kindergartengruppe ein Mädchen war, deren Mutter ebenfalls gerade mit Hyperemesis Schwanger war. Außerdem war er viel bei meiner Mutter und wir hatten (wenn meine Mutter und mein Mann nicht konnten) auch eine Haushaltshilfe über die krankenkasse. Letztendlich hat mein Sohn ein paar Wochen lang "Kotzen" gespielt. Das war aber tatsächlich schnell wieder vorbei. Er war sehr Oma-fixiert in der Zeit. Ich habe ihm, als es mir wieder besser ging, täglich eine Stunde "Nur-Mama-Zeit" geschenkt, in der sich mein Mann um das Baby gekümmert hat. Das hat mir und ihm und auch der Beziehung zur Schwester gut getan. Er war von Anfang an sehr lieb und fürsorglich zu seiner kleinen Schwester. Selbst heute, mit 13, ist er absolut lieb zu ihr. Irgendwann mit 6 Jahren wollte er ein weiteres Geschwisterkind und meinte zu mir (als ich ihm sagte, dass das immer ganz schlimm für mich ist): "Das haben wir schon mal geschafft, das schaffen wir wieder!"

Ich hatte den selben Wirkstoff wie Agyrax und es ging mir damit besser. Allerdings war die Übelkeit und auch das Erbrechen nicht weg. Es war nur besser. Ich war trotzdem in der Klinik und ich konnte nur eingeschränkt essen und habe immer noch erbrochen. Ich war nicht in der Lage zu arbeiten. Ich habe damals oft Zitronensorbet gelutscht, weil es drin blieb und auch Flüssigkeit enthielt. Apfelsaftschorle ging auch manchmal.

Ich wünsche dir alles Gute!


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