Agyrax, Schwindel und Entspannung

Sonja2 @, Montag, 22. Juni 2020, 23:32 (vor 14 Tagen) @ Sonja2

FORTSETZUNG

Dann schreibst Du, dass Dir Deine Ärztin erklärte: „ich kann ja auch ins KKH, da krieg ich Infusionen“. Wenn Du sonst ambulant nicht ausreichend versorgt wirst, so ist das auf jeden Fall zu überlegen. Denn dort werde die Ärzte erst einmal Blutwerte bestimmen, dann Dich mit Flüssigkeit versorgen und eventuell auch die medikamentösen Optionen diskutieren. Das ist auf deutlich mehr an Versorgung, als Du jetzt hast. Das wird Dir guttun! Meine Lehre aus meiner ersten HG-Schwangerschaft war, dass ich zu lange zu zögerlich war ins Krankenhaus zu gehen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich Dir nur dazu raten. Du kannst mich auch gerne anschreiben und mir mitteilen, wo Du wohnst, vielleicht weiß ich ein Haus in Deiner Gegend, in dem sich eine andere Betroffene bereits gut versorgt fühlte. Außerdem ist es so, dass der Eintrag in Deinem Mutterpass, dass Du wegen HG stationär versorgt wurdest, möglicherweise dazu führen wird, dass Dein Zustand in Zukunft ernster genommen wird.

Bitte Deinen Mann, Deine Eltern, Deine Freunde, sich dafür einzusetzen, dass Du umgehend einen Arzt findest, der Dich ambulant betreut und dem Du wieder vertrauen kannst. Warte nicht darauf, dass Du selber wieder die Kraft hast. Das sollen die Menschen, die Dir nahestehen, für Dich übernehmen. Und auch darin kann Dein Hausarzt Dich/Euch unterstützen.

Liebe Inge, es tut mir wie gesagt so leid für Dich, dass Du das erleben musstest. Ich weiß selber noch, wie verheerend es sich anfühlt, wenn man sich so abgekanzelt fühlt. Mir wurde einmal erklärt, man glaube mir ja, dass ich mich nicht gut fühle, aber meine Blutwerte seien in Ordnung und die Ketonwerte unauffällig und insofern hätte ich keine HG. Zu diesem Zeitpunkt nahm ich bereits regelmäßig Ondansetron ein und erhielt ambulant täglich Infusionen. Weil es die zweite Schwangerschaft war wurde diese Therapie frühzeitig und „aggressiv“ begonnen, damit ich nicht dehydrierte, damit es nicht zu Elektrolytstörungen kam und damit ich in der Lage war, wenigstens etwas zu Essen und zu behalten. Es hatte mich zutiefst getroffen, wie ein Hypochonder hingestellt zu werden. Ein anderer Arzt sagte, als ich Infusionen auch in der 16. SSW noch benötigte, abschätzig in seine Bart gemurmelt: „Naja, es gibt eben Frauen, die gehen gerne zum Arzt.“ Aber im Gegensatz zu Dir hatte ich auch Ärzte, die mich gut behandelten – und zwar medizinisch wie menschlich: Menschen, die mir vermittelten, dass sie Respekt davor hatten, dass ich diese Hölle sehenden Auges ein zweites Mal auf mich nahm und durchstand. Und das würde ich Dir auch von ganzem Herzen wünschen.

Ich jedenfalls habe großen Respekt davor, dass Du diese Weg gerade gehst. Du bist damit nicht alleine.

Alles Liebe, Sonja


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