Stille Geburt nach HG

Floe, Dienstag, 06. August 2019, 10:43 (vor 47 Tagen)

Ihr Lieben,

ich schreibe das erste Mal einen Beitrag in einem Forum, irgendwie habe ich das Gefühl mir einmal alles von der Seele schreiben zu müssen. Ich habe 4 Schwangerschaften hinter mir, alle mit Hyperemesis. Nach meinen ersten beiden Schwangerschaften mit zwei gesunden Töchtern blieb der Kinderwunsch, aber mein Mann und ich waren uns lange nicht sicher ob wir eine erneute Schwangerschaft schaffen würden. Vor etwa einem Jahr entschieden wir uns doch für ein drittes Kind. Ich wurde schnell schwanger und kurz nach dem Test ging die Übelkeit los mit allem was dazu gehört. Nachdem ich irgendwann nicht Mal mehr Eiswürfel lutschen konnte brachte mein Mann mich ins Krankenhaus. Für meine beiden Mädchen Zuhause natürlich auch eine schlimme Zeit. Im Februar konnte meine Hebamme keine Herztöne mehr finden. Ich war rechnerisch in der 15.ssw, aber das Kind war wohl schon 2 Wochen nicht mehr am Leben gewesen. Nach der Ausschabung ging es mir richtig gut, was mir immer noch ein schlechtes Gewissen macht. Aber die Übelkeit war weg und es ging mir endlich endlich wieder gut!! Trotzdem entschieden wir uns dafür es noch Mal zu versuchen. Es klappte wieder direkt und diesmal hatte ich agyrax, eine tolle Babysitterin für meine Mädchen und mein Mann arbeitete viel von Zuhause. Es war keine schöne Zeit, aber wir freuten uns auf das Kind. Vor einer Woche, in der 20ssw. bekam ich plötzlich Blutungen und hatte dolle Schmerzen. Ich brachte unseren Sohn am Wochenende still zur Welt, wir konnten uns verabschieden und langsam geht es mir, zumindest körperlich, etwas besser.

Ich finde schwer zu ertragen, dass niemand nachvollziehen kann, wie schwer eine Schwangerschaft mit Hyperemesis zu ertragen ist. Dass man manchmal Angst hat zu sterben, dass man nicht duschen gehen kann, dass man nichts essen möchte. Alle sagen, ihr seid noch jung, irgendwann vielleicht... Aber ich weiß für mich, und zum Glück sind mein Mann und ich uns einig, dass es das jetzt gewesen ist. Es wird kein weiteres Kind mehr geben. Wenn ich hätte normal weiterleben können in der Schwangerschaft, wenn ich hätte arbeiten gehen und für meine Kinder da sein können, dann würde ich es vielleicht noch einmal versuchen. Aber so geht es nicht mehr, nicht für meinen Körper und nicht für meine Seele. Es ist okay, wir haben zwei tolle, nervige, liebe und wundervolle Töchter. Freunde und Familie versuchen zu verstehen was Hyperemesis bedeutet, wir haben wirklich tolle Menschen um uns herum. Aber wirklich, wirklich verstehen kann es doch niemand. Ich glaube darum hatte ich das Bedürfnis hier einmal zu schreiben und das Gefühl zu haben, dass es Menschen gibt die nachvollziehen können wie ich mich fühle.

Vielen Dank für's Lesen/ Zuhören :)

Stille Geburt nach HG

Chrissi ⌂ @, Mittwoch, 07. August 2019, 08:45 (vor 46 Tagen) @ Floe

Liebe Floe,

beim Lesen Deines Berichtes habe ich geweint.
Es tut mir in der Seele weh, was Du erlebt hast. Und doch strahlst Du so viel Stärke aus.
Du bist hier mit Deiner Geschichte genau richtig, denn hier sind Menschen, die es verstehen und nachvollziehen können, was Du erlebt hast, wie es Dir geht und wie häufig man sich nicht verstanden fühlt. Bzw. wie wenig Ausstehende unser Elend wirklich nachvollziehen können.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen Ruhe, Zeit zum Trauern, zum Aufarbeiten, Zeit Deine Kinder zu genießen und ganz viele liebe Menschen um Dich herum. Und nicht zuletzt Sonnenschein ins Herz.

Sei lieb gegrüßt
Chrissi

Stille Geburt nach HG

Floe, Mittwoch, 07. August 2019, 19:28 (vor 45 Tagen) @ Chrissi

Liebe Chrissi,
Vielen Dank für deine lieben Worte. Ich bin noch oft traurig, aber den Sonnenschein im Herzen spüre ich zum Glück auch. :) Es tut auf jeden Fall gut sich verstanden zu fühlen!
Liebe Grüße, Floe

Stille Geburt nach HG

lauralaura, Mittwoch, 07. August 2019, 22:08 (vor 45 Tagen) @ Floe

Liebe floe,

es tut mir sehr leid was dir passiert ist.... hat man denn ein grund gefunden, warum du das baby so spät noch verloren hast? Du schreibst, das du es evtl nochmal probieren würdest wenn du eine normale schwangerschaft erleben könntest- das kann ich vollkommen verstehen, auch ich habe 3 hg schwangerschaften hinter mir und habe mir gesagt, falls ich nochmal schwanger werde, werde ich mich nicht mehr nur mit vomex etc abspeisen lassen!! Hast du schon mal überlegt bei einer weiteren schwangerschaft vielleicht zofran auszu probieren??- es hilft scheinbar bielen sehr gut, die pbelkeit wird vllt nicht ganz weg sein aber auf ein erträgliches maß reduziert. Agyrax hat bei mir auch nicht den vollen erfolg gebracht..... ich denke nur, wenn ein kindrrwunsch noch da ist, dann wird der immer wieder aufkommen. Ich wünsche dir alles gute und viel kraft.

Liebe grüße laura

Stille Geburt nach HG

Floe, Donnerstag, 08. August 2019, 10:45 (vor 45 Tagen) @ lauralaura

Liebe Laura,
vielen Dank für deine Antwort.
Die Vermutung im Krankenhaus war, dass sich die Plazenta gelöst hat. Auf dem Ultraschall war der Mutterkuchen ungewöhnlich klein und bei der Geburt war das Fruchtwasser voller Blut. Es werden jetzt aber noch weitere Untersuchungen durchgeführt, das Ergebnis bekommen wir dann in ein paar Wochen. Aber es wird wohl in den seltensten Fällen dabei etwas gefunden sagen die Ärzte.

Ich habe tatsächlich auch schon über andere Medikamente nachgedacht. Eigentlich hatte ich bisher Angst davor überhaupt etwas zu nehmen, selbst bei Vomex, was ja gefühlt gar nicht hilft, außer vielleicht dass man Mal schlafen kann. Nach der ersten Fehlgeburt habe ich mir dann Agyrax bestellt, was mir schon etwas geholfen hat, an arbeiten war aber trotzdem nicht zu denken und ich lag trotzdem viel im Bett und konnte nicht aufstehen, habe aber nicht ganz so viel gespuckt. Vielleicht so 10 Mal am Tag, eine wahnsinns-Verbesserung zu den anderen Schwangerschaften.

Bei zofran habe ich gelesen, dass ein Übergang auf den Feten im 1. Trimenon nachgewiesen werden konnte, ich weiß nicht ob ich mich dass trauen würde zu nehmen. Aber so, ohne etwas das wirklich hilft, könnte ich das ganze glaube ich nicht noch einmal durchstehen. Zwei Mal dachte ich jetzt, das schlimmste geschafft zu haben und nie mehr erleben zu müssen. Mir war zuletzt zwar immer noch schlecht, aber es war auszuhalten und so dachte ich könnte ich es gut bis zum Schluss durchhalten.

Im Moment habe ich außerdem etwas dass Vertrauen in meinen eigenen Körper verloren. Auch wenn alle Ärzte sagen, dass Fehlgeburten normal sind und ich nichts dafür kann, denke ich doch ständig darüber nach was mit meinem Körper nicht stimmt, oder ob ich meine Töchter zu viel getragen habe, ob ich doch dass agyrax nicht hätte nehmen sollen...
Bei meinen ersten Schwangerschaften habe ich mir gar keine Gedanken gemacht, da hatte ich so ein Vertrauen und ich habe gar nicht darüber nachgedacht dass etwas passieren könnte... Ich weiß nicht ob man es objektiv nachvollziehen kann!

Der Kinderwunsch ist schon noch da, aber immer wenn ich über eine weitere Schwangerschaft nachdenke wird mir klar, dass ich es nicht noch Mal schaffen kann und auch nicht noch Mal schaffen will. Auch für meine Töchter möchte ich das nicht noch Mal! Ich weiß nicht ob man das Objektiv nachvollziehen kann, aber schon bei dem Gedanken daran dass es wieder von vorn losgehen könnte wird mir ganz anders.
Es ist einfach so ungerecht dass wir die Schwangerschaften nicht genießen können wie andere Frauen.
Viele Grüße und vielen Dank für's Gedanken machen!! :)

Stille Geburt nach HG

lauralaura, Donnerstag, 08. August 2019, 14:22 (vor 45 Tagen) @ Floe

Ich kann das total nach voziehen.... meine kinder haben jeweils ca. 5 jahre abstand zueinander.... anderst wäre das nicht möglich gewesen- kleinkind versorgen und schwanger sein- ich weiss genau wie schlimm das ist. Es ist sehr ungerecht das man sowas erleben muss während es anderen schwangeren blendend geht. Ich weids genau was du meinst- bei der letzten schwangerschaft saß ich vor zofran und traute mich nicht sie zu nehmen und hanb lieber gelitten!! Nochmal würde ich das aber glaube ich nicht machen.... und würde es ausprobieren. Damals haben mir hier viele gut zugesprochen und geschrieben, das sie selber zofran genommen haben und die kinder gesund sind. Ich hätte auch gern ein viertes kind aber die übelkeit und was dazu gehört, hält mich schon davon ab..... falls ich es aber doch wage, werde ich aber zofran probieren.

Lg laura

Stille Geburt nach HG

Floe, Donnerstag, 08. August 2019, 18:24 (vor 45 Tagen) @ lauralaura

Ja, da hast du Recht, und im Endeffekt hat mir dieses 'durchquälen' ja auch nichts gebracht. Wenn ich doch irgendwann noch Mal soweit bin über eine Schwangerschaft nachzudenken, dann werde ich mich vorab informieren was man alles machen kann. Leider habe ich das bisher immer erst in der Schwangerschaft gemacht und da hat man dann ja eigentlich auch nicht wirklich die Kraft sich um irgendwas zu kümmern ...
Wer weiß, vielleicht überwiegt doch in ein paar Jahren noch Mal der Kinderwunsch gegenüber den Erfahrungen. und wenn nicht habe ich eine tolle Familie. :)

Stille Geburt nach HG

lauralaura, Samstag, 10. August 2019, 15:16 (vor 43 Tagen) @ Floe

Ich wollte noch fragen, wieviel agyrax du genommen hast? Nur eine am tag oder zwei? Ich glaube bei mir war es nur eine morgens aber es hieß, man darf bis zu vier stück am tag nehmen.


Lg laura

Stille Geburt nach HG

Floe, Samstag, 10. August 2019, 17:44 (vor 43 Tagen) @ lauralaura

Ich habe immer so 1-2 am Tag genommen. Mehr habe ich mich Mal wieder nicht getraut. Ich bilde mir schon ein das es etwas geholfen hat und es hat ja zum Glück auch nicht so fiese Nebenwirkungen wie Vomex. Aber nachdem ich gelesen hatte dass es einigen mit Agyrax total gut ging hatte ich mir trotzdem irgendwie mehr erhofft. Vielleicht ist dann wirklich Zofran noch effektiver. Das finde ich auf jeden Fall das Gemeine, dass man oft etwas hört und dann total Hoffnungsvoll ist, dass endlich etwas hilft, und dann funktioniert es nicht... Aber toll, dass du es schon drei Mal durchgestanden hast!! Wenn du es noch ein viertes Mal wagst drücke ich dir ganz doll die Daumen, dass du etwas findest das wirklich hilft! Und wenn sag mir bescheid, vielleicht traue ich mich dann doch noch mal ;)

Stille Geburt nach HG

Sonja2, Samstag, 10. August 2019, 20:11 (vor 42 Tagen) @ Floe

Liebe Floe,

ich hatte ja bereits geschrieben (weiter unten). Hier aber noch eine Anmerkung zu der Enttäuschung bezüglich „Agyrax“.

Mir hatte „Agyrax“ (Wirkstoff heißt Meclozin) in meiner zweiten Schwangerschaft nicht wirklich etwas gebracht. Ich hatte es gleich nach Einsetzen der ersten Übelkeit genommen gehabt, das war sicherlich ein besseres Vorgehen als in der ersten Schwangerschaft, in der ich die erste Medikation erst erhielt, als ich bereits massiv und über längeren Zeitraum dehydriert war. Aber ich hatte mit dem Meclozin (Handelsname z. B. Agyrax) nur etwa eine Woche überbrücken können, dann war die Übelkeit und das Erbrechen so massiv, dass nur mehr Ondansetron (Handelsname z. B. Zofran) half - gemeinsam mit täglicher Flüssigkeitsinfusion.

Kennst Du die Seite von embryotox (https://www.embryotox.de/erkrankungen/details/hyperemesis-gravidarumemesis-gravidarum/)? Dort kann man nachlesen, dass Meclozin und Dimenhydrinat (Handelsname z. B. Vomex) ähnliche Medikamente sind. Sie sind beide sogenannte „Antihistaminika“. Das mag erklären, warum Meclozin nicht immer den durchschlagenden Erfolg bringt, wenn Dimenhydrinat (Handelsname z. B. Vomex) versagt hat.

Liebe Grüße, Sonja

Stille Geburt nach HG

Sonja2, Samstag, 10. August 2019, 19:38 (vor 42 Tagen) @ Floe

Liebe Floe,

mein Beileid. Wie schlimm für Dich und für Euch. Das war bei meinen beiden HG-Schwangerschaften mein absoluter Alptraum: ich quäle mich durch diese schlimmen, schlimmen Wochen und dann war es umsonst. Bei mir ist es gut gegangen und ich habe zwei gesunde Kinder. Aber dass Du das nun erleben musst tut mir sehr, sehr leid.

Die Angst vor den Medikamenten kenne ich gut. Ich fand, dass im schwangeren Zustand die Entscheidung etwas wie Ondansetron (Zofran) zu nehmen auch wirklich schwer ist. Mein Mann musste mir vor der zweiten Schwangerschaft versprechen, dass er mich in der Schwangerschaft daran erinnert, dass ich vor der Schwangerschaft beschlossen hatte – und gute Gründe dafür sprachen - Ondansetron zu probieren. Zwischen den Schwangerschaften hatte ich mit Embryotox telefoniert und mich mit meinen Ärzten beraten. Zwei Ärzte sagten, sie fänden es unverantwortlich, wenn ich nochmals schwanger werden sollte und NICHT Ondansetron nehmen würde, falls es erneut so schlimm werden würde wie in der ersten Schwangerschaft. Die Hyperemesis ist ja nicht ganz ungefährlich für uns Mütter – und Hyperemesis, Austrocknung und Mangelernährung hinterlässt auch Spuren bei den Kindern. Auszuhalten ist nicht immer die bessere Wahl. Aber mit dem zarten Leben im Bauch und noch dazu in diesem elenden, üblen Zustand sind so rationale Entscheidungen schwer zu treffen – so ging es mir jedenfalls.

Ich finde es ein ganz mieses Schicksal, dass Dich getroffen hat. Ein Kind so spät in der Schwangerschaft zu verlieren ist hart genug. Dafür aber lange, qualvolle Tage und Wochen gekämpft zu haben, so unendlich lange Zeit im Zustand der quälenden Übelkeit vegetiert zu haben und dann diesen Verlust zu erleben, das ist tragisch. Und das bereits ein zweites Mal erleben zu müssen stelle ich mir sehr schmerzhaft vor.

Ich wünsche Dir Trost.

Alles Liebe, Sonja

Stille Geburt nach HG

Floe, Sonntag, 11. August 2019, 12:08 (vor 42 Tagen) @ Sonja2

Liebe Sonja,
vielen Dank für deine Nachricht, es tut wirklich gut sich verstanden zu fühlen. Mein Umfeld ist natürlich auch mit mir traurig über den Verlust der zwei Kinder, aber niemand kann nachvollziehen wie schlimm der Weg dahin wirklich ist.
Vielen Dank auch für die Infos zu den Medikamenten. Ich habe bei der ersten Fehlgeburt schon ein bisschen hier auf der Seite gelesen, aber eher über Erfahrungsberichte und dann über Haushaltshilfen, über Medikamente habe ich mich gar nicht so informiert und während der Schwangerschaft hat man ja dann auch nicht so die Kraft sich um irgendetwas wirklich zu kümmern.
Ich habe einen total lieben und einfühlsamen Frauenarzt, der sich aber mit HG gar nicht so auskennt. Also die Diagnose hat er zwar gestellt, aber das einzige Medikament, das er empfohlen hat, war Vomex. Und wenn es nicht besser wird Krankenhaus. Auch im Krankenhaus habe ich nur Vomex bekommen. Dort hat man mich auch kein Stück ernstgenommen, obwohl ich wirklich am Ende meiner Kräfte war. Erst als sie mich nach Stunden endlich Mal untersucht haben und festgestellt haben, dass Zeichen auf Dehydrierung vorliegen, haben sie aufgehört mich nach Hause schicken zu wollen... Trotzdem klingen deine Schwangerschaften noch schlimmer als meine, die letzte habe ich ohne Krankenhaus und ohne Infusionen geschafft. Natürlich war es für mich trotzdem eine Quälerei, aber wenn ich manchmal die Geschichten hier lese denke ich, ich habe wahrscheinlich insgesamt noch Glück gehabt.
Wie hat denn Zofran bei dir geholfen? War es dann wirklich viel besser? Konntest du damit wieder richtig am Leben teilnehmen, arbeiten gehen, dich um dein Kind kümmern?
Viele Grüße, Floe

Stille Geburt nach HG

lauralaura, Montag, 12. August 2019, 08:22 (vor 41 Tagen) @ Floe

Hallo floe,

also nach den erkentnissen die ich hier im forum gesammelt habe, ist es so, das wenn man die HG nicht in einet extremen ausprägung hat dann wirkt zofran sehr gut- so das sogar die übelkeit verschwindet. Ich denke, das es bei mir auch gut helfen würde, weil ich nicht die extreme form habe. Ich muss michvzwar auch bis zu 20 mal übergeben, morgens insgesamt viel schlimmer, ab mittags meist nur noch extrem übel ohne übergeben. Agyrax hat zwar auch viel gebracht im gegensatz zu vomex aber halt eben nicht so, dad ichvsagen könnte es war gut erträglich. Aber deutlich besser als vomex. Falls ich nochmal schwanger sein werde, werde ich es mit 3 agyrax probieren und wenn das nicht gut hilft dann zofran. Ach man... das man sich so den kopf schon vorher zerbrechen muss ist echt schade :-(

Gruß laura

Stille Geburt nach HG

Floe, Dienstag, 13. August 2019, 09:34 (vor 40 Tagen) @ lauralaura

Hey Laura, vielen Dank für die Info. Sollte ich es noch Mal wagen, dann auch nur mit vorab Recherche und Medikamenten. :) Wenn man doch nur 100% wüsste, dass dann alles gut geht... Ich denke ich brauche noch eine ganze Zeit um wieder vertrauen zu haben. Aber Laura, du klingst so als wäre der Kinderwunsch schon ganz akut, du hast dich ja schon gut informiert und hast schon einen Pla?! :) Ist dein Mann auch für ein weiteres Kind? Das wäre bei mir ein weiterer Grund für keinen neuen Versuch, mein Mann hat schon auch immer auch sehr unter den Schwangerschaften und natürlich auch nach den Fehlgeburten mitgelitten und möchte es eigentlich nicht noch einmal versuchen...
Liege Grüße, Floe

Stille Geburt nach HG

lauralaura, Dienstag, 13. August 2019, 14:13 (vor 40 Tagen) @ Floe

Hallo floe,

ich denke eigentlich schon 2 jahre darüber nach ob ich es nochmal wagen soll. Mein jüngster wird im januar vier. Ich hätte halt so gern noch ein mädchen aber dafür gibts eh keine garantie. Aber hauptsächlich ist es schwer eine entscheidung zu treffen, weil mein ältestes kind eine behinderung hat und sehr schwierig ist. Die anderen zwei sind gott sei dank gesund. Ich stelle mir halt die frage, ob ich es schagfe mit noch einem kind mehr...

Das du den glauben in deinen körper verloren hast kann ich verstehen. Wie alt bist du denn?? Du hadt ja bestimmt noch zeit? Ich werde nächste woche 32, ich hab also auch noch etwas zeit :-)

Stille Geburt nach HG

Floe, Mittwoch, 14. August 2019, 20:02 (vor 38 Tagen) @ lauralaura

Hey Laura,
da sind wir ähnlich alt, ich bin grad 33 geworden. :) Das kann ich mir vorstellen, dass du da zögerst. Ich finde zwei Kinder teils schon echt anstrengend, so gewünscht sie auch beide waren. ;) Und in deinem Fall kann ich die Überlegungen erst recht gut verstehen, ein behindertes Kind ist ja bestimmt noch mal eine größere Herausforderung, die ja je nach Behinderung auch nicht nach 18 Jahren "endet".

Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz doll dass du noch mal eine schöne Schwangerschaft (vielleicht mit den richtigen Medikamenten) erleben kannst.
LG, Floe

Stille Geburt nach HG

Sonja2, Mittwoch, 14. August 2019, 15:25 (vor 39 Tagen) @ Floe

Liebe Floe,

es tut mir leid, es hat ein bischen gedauert, bis ich jetzt die Ruhe fand zu antworten. Zunächst: Du hast geschrieben, dass die letzte Schwangerschaft in keinem Vergleich zu den früheren Schwangerschaften stehen würde - in der letzten hast Du "nur" 10 Mal am Tag erbrochen. Habe ich das richtig verstanden? Das ist viel! Ich fand das nach den Schwangerschaften so bezeichnend, wenn ich mit einem Magen-Darm-Infekt zum Arzt bin. Wenn ich mich nur drei Mal übergeben hatte und das auch nur für ein oder zwei Tage, dann wurde mir bereits sehr zuvorkommend eine Infusion angeboten, denn ich habe ja Flüssigkeit verloren. Aber 10 Mal in der Schwangerschaft pro Tag erbrechen über Wochen und Monate führt leider nicht zu der gleichen Schlussfolgerung, dass hier sofortiger Handlungsbedarf besteht - so jedenfalls habe ich Deine Schilderung Deiner Krankenhausversorgung verstanden.

Du hast nach der Wirkung des Ondansetrons (Handelsname z. B. Zofran) gefragt. Ehrlich, ich fühlte mich zwischenzeitlich wie ein Pharmavertreter, wenn ich von diesem Medikament sprach. Ich habe noch nie ein Medikament genommen gehabt, das so präzise wirksam war. Exakt nach einer Viertelstunde setzte die Wirkung ein. Und diese Wirkung war enorm. Vielleicht ist das bei anderen Frauen anders, aber so habe ich das erlebt. Einmal schwärmte mein Frauenarzt vom Ondansetron - er hatte einen Magen-Darm-Infekt und hatte es deshalb erstmalig selber genommen. Auch er war richtiggehend begeistert und dann saßen wir da im Sprechzimmer und haben uns gegenseitig geschildert, als wie zuverlässig wir dieses Medikament erlebt haben. Aber es ist kein Bonbon. Es macht richtig Verstopfung und es kann zu Herzrhythmusstörungen führen (besonders zu beachten, wenn zuvor aufgrund der Austrocknung die Elektrolyte durcheinandergeraten sind). Aber für mich war es ein Segen. Ich schilderte ja bereits, dass ich zunächst mit Meclozin begonnen habe. Zudem hatte ich auch da schon ambulant Flüssigkeitsinfusionen erhalten. Mein Problem war nämlich, dass ich erbrach, sobald ich flüssigere Nahrungsmittel zu mir nahm oder etwas getrunken habe. Flüssigkeit blieb einfach nicht in meinem Körper. Deshalb habe ich über Monate Infusionen erhalten. Dann habe ich Ondansetron verordnet bekommen, weil es mir zunehmend schlechter ging. Als es mir nach einigen Tagen mit Ondansetron noch schlechter ging als zuvor unter Meclozin habe ich von Ondansetron wieder auf Meclozin gewechselt. An diesem Vormittag habe ich ungelogen im Viertelstundentakt erbrochen - über Stunden. Das war die Hölle. Da wusste ich dann auch, dass Ondansetron hilft. Mir wurden 4 mg verordnet - heute weiß ich, dass andere Betroffene 8 mg erhalten. 4 mg half mir deutlich gegenüber Meclozin, aber nicht ausreichend.

Mir sind noch zwei Sachen eingefallen bezüglich Deiner Todgeburten/Abgänge.

1) Ich weiß, dass es immer wieder diskutiert wird, ob die HG das Risiko für eine unglücklich endenende Schwangerschaft erhöhen könnte. Hier ist die Studienlage uneinheitlich. Darüber hinaus aber gibt Hinweise darauf, dass die Plazenta unter der HG nicht immer so gut arbeitet könnte, wie sie sollte. Und es kann sein, dass die HG - im zweiten Trimester - ein erhöhtes Risiko für Plazentaablösung darstellt. Dafür spricht wohl diese Untersuchung an immerhin über zwölftausend (12 270) von HG betroffenen Schwangeren. Diese Untersuchung konnte aufzeigen, dass für das sehr seltenen Ereignis der Plazentaablösung ein dreifach erhöhtes Risiko besteht, wenn die Schwangeren im 2. Trimester an HG leiden.

"The strongest risk associations were found in pregnancies with hyperemesis gravidarum in the second trimester, when compared to pregnancies without hyperemesis gravidarum. The study found that there was a doubled risk of preterm pre-eclampsia (0.6% vs 1.4%), a threefold risk of placental abruption (0.4% vs 1.1%) and a 39% increased risk of a SGA baby (2.4% vs 4%)."

2) Das andere ist, das Glukoseinfusionen nach längeren HG-bedingten Fehlernährungszuständen ein Risiko darstellen - vor allem für die Mutter, aber auch für das Ungeborene. Das müsste ausreichend bekannt sein, dennoch bekomme ich immer wieder mit, dass Betroffene Glukoseinfusionen erhalten, ohne dass der Infusion ein B-Vitamin (Thiamin) zugefügt wurde.

FORTSETZUNG FOLGT

Stille Geburt nach HG

Sonja2, Mittwoch, 14. August 2019, 15:27 (vor 39 Tagen) @ Sonja2

FORTSETZUNG

Die Hyperemesis ist eine wirklich fiese Erkrankung. Sie ist ein brutaler Räuber. Sie raubt Lebenszeit, Kraft und Energie, die wir vor allem für unsere bereits geborenen Kinder brauchen, Lebensmut und manchmal auch den Traum von einer großen Familie. Ich wünsche Dir Menschen, die Dich in den Arm nehmen in Deiner Trauer und KEIN schlechtes Gewissen, wenn Dir nun das Essen hoffentlich schmeckt. Bei mir ist es ja schon länger her, aber manchmal halte ich immernoch ein Glas Wasser in der Hand und bin mir bewusst, wie wunderbar es ist, dies einfach trinken zu können, ohne es gleich wieder zu erbrechen.

Alles Liebe, Sonja

Stille Geburt nach HG

Floe, Mittwoch, 14. August 2019, 20:40 (vor 38 Tagen) @ Sonja2

Liebe Sonja,
tatsächlich fand ich bei den Schwangerschaften das Brechen gar nicht so schlimm, wie die andauernde Übelkeit. In meiner letzten Schwangerschaft habe ich Anfangs zwar schon noch so 10 mal am Tag erbrochen, aber tatsächlich eher Vormittags und bei Anstrengung (wobei ja schon super anstrengend ist aufzustehen), aber danach ging es einigermaßen. Aber mir war einfach immer, immer schlecht, das fand ich genauso schlimm wie das Spucken an sich. Wir waren dann in der 10 SSW. eine Woche im Urlaub, da saß ich dann viel einfach draußen rum und habe versucht etwas zu essen und zu trinken, und da habe ich tatsächlich nur noch so 1-2 Mal am Tag erbrochen. Das fand ich total verrückt, weil ich es immer lächerlich fand, wenn jemand das Erbrechen auf die Psyche zurückgeführt hat, aber da war es echt besser als Zuhause. Während der ganzen Schwangerschaft habe ich aber immer Essen und Trinken drin behalten können, ganz anders als in der davor, in der ich auch keine Flüssigkeiten bei mir behalten konnte. Und ab der 12 Woche ging es mir diesmal wieder echt ganz okay. Immer noch Übelkeit über den ganzen Tag, aber kaum noch Erbrechen.

Und ja, da war es wirklich so, dass im Krankenhaus kein Handlungsbedarf gesehen wurde. Ich saß stundenlang im Wartezimmer, bis eine Urinprobe genommen wurde, da wurden wohl Ketonkörper (?) gefunden, da wurde dann plötzlich schnell gehandelt. Aber man fühlt sich doch irgendwie eher missverstanden, wenn man bei jeder Visite darauf hingewiesen wird, dass man doch am besten eher kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt essen soll, und viel stilles Wasser und Kräutertee. Der Hinweis, dass ja keine Mahlzeiten und auch sonst nichts drin bleibt, wurde einfach immer überhört...

Aber auch wenn die letzte Schwangerschaft wirklich viel besser war als die davor, ich nicht abgenommen habe und nachmittags mit den Kindern spielen konnte, finde ich die Übelkeit über den ganzen Tag einfach so zermürbend. Wenn man nach 2 Tagen schon denkt, dass man nicht mehr kann und aber weiß, dass es noch Wochenlang so weitergeht. Meine große Tochter hat auch gesagt, dass sie nicht möchte, dass wir noch ein Baby bekommen. Vorher hat sie sich auf das Geschwisterchen gefreut, ich denke das zeigt, dass es auch für sie eine schwierige Zeit war mit einigen Entbehrungen und mit weniger Mama-Zeit. Natürlich merkt sie auch, dass wir traurig sind, und möchte das wahrscheinlich nicht noch mal, aber ich denke die Schwangerschaft an sich ist für sie schon auch belastend gewesen.

Das es die Vermutung gibt, dass für die Plazentaablösung ein dreifach erhöhtes Risiko besteht, wusste ich auch nicht. Aber wenn man sich die Prozentzahlen anschaut ist es natürlich auch immer noch sehr selten - aber irgendjemand muss wohl leider zu den 1,1 % gehören...

Essen und Trinken, und auch das Leben genießt man nach so einer Schwangerschaft wirklich ganz anders! Vor allem im Februar war das bei mir so, da habe ich an dem Tag der Ausschabung das letzte Mal gespuckt und dann ging es mir endlich endlich besser - auch wenn die Übelkeit an sich auch danach noch ca. eine Woche anhalten hat. Diesmal ging es mir schon seit zwei Wochen ziemlich gut, da hatte ich mir auch schon Gedanken gemacht ob alles in Ordnung ist. Aber trotzdem ist es wirklich einfach schön, Lust aufs Essen zu haben :)

Liebe Grüße,
Floe

Stille Geburt nach HG

Simachma, Dienstag, 27. August 2019, 11:00 (vor 26 Tagen) @ Floe

Es tut mir sehr leid, welche traurige Erfahrungen Du machen musstest. Ein Kind zu verlieren hinterlässt eine unsagbare Traurigkeit und ein Lücke für immer.
Gleichzeitig möchte ich Dir danken, dass Du es dir hier von der Seele schreibst, denn es widerlegt ja den alten „Aberglauben“ je schlechter es der Mutter geht, desto besser dem Kind, das hab ich so oft gehört...
Ich hatte eine Schwangerschaft ohne HG, mit der Sorte Übelkeit, die immer am Hunger liegt und ich von Essiggurken über Schokobananen bis zu Fleisch alles Essen konnte.
Dann hatte ich 2 mal Hg-Schwangerschaften, mit Klinik und allem - die letzte hat uns an Grenzen gebracht, die keiner kennen lernen will. Ein Kind hatte eine Schwere Fehlbildung die zwar inzwischen gut behandelt und ohne weitere Beeinträchtigungen ist, aber es hat uns völlig aus der Bahn geworfen - von wegen Hurra Kind ist da und der Mama geht es endlich wieder gut...
Vor 2 Jahren wurde ich wieder schwanger und hatte wieder sehr schnell die verhasste HG.Mein neuer Arzt war extrem zögerlich und hat nur unter größten Bedenken MCP verordnet. Wenn die Wirkung nachts nach 6 Stunden nach ließ wurde ich wach von der Übelkeit. Kann das überhaupt jemand nachvollziehen? Essen ging kaum, trinken auch nicht, Erbrechen hielt sich in Grenzen - aber vor allem wenn ich mehr als ein Glas Wasser getrunken hatte ... ziemlich schnell war mir klar, dass ich das nicht aushalten kann, dass mir die Kraft zum Kämpfen beim Arzt fehlt und die anderen Kinder gleichzeitig zu beruhigen. Sie wussten noch nicht, hatten aber gemerkt, dass was nicht stimmt und zum Teil mit Einnässen und ähnlichem reagiert ... ich musste die Entscheidung gegen diese Schwangerschaft treffen - niemals gegen das Kind. Es war aber die schlichte Panik, wieviel ich und wir in unserer Familie hätten aushalten können. Es hätte einfach nichts schief gehen dürfen und ich hätte eine gute Betreuung gebraucht, nichts davon war realistisch.
Ich wünsche immer noch, ich hätte anders entschieden können!
Zu erfahren, dass auch HG-Schwangerschaften still enden können, dass diese Hölle der HG nicht vor weiteren Schicksalschlägen schützt und hilft mir neben all der Traurigkeit, meine Erlebnisse wieder einzuordnen, auch wenn sie schwer zu vergleichen sind, der Verlust bleibt!
Du hast mein volles Mitgefühl an deinem unsagbaren Verlust. Alles Gute Dir und Deiner Familie für Eure Zukunft.

Stille Geburt nach HG

Floe, Mittwoch, 04. September 2019, 13:24 (vor 18 Tagen) @ Simachma

Hallo, es tut mir leid, dass ich jetzt erst antworte. Der Start in die Arbeit war doch anstrengender als ich dachte, irgendwie habe ich gar keine Zeit mehr gefunden hier zu schauen.
Es tut mir sehr sehr leid was du erleben musstest!! Und ich kann es so gut verstehen, dass ihr euch letztlich gegen das Kind entschieden habt. Es hängen so viele Faktoren an so einer Schwangerschaft und es ist immer wieder erschreckend wie alleingelassen man sich fühlt und wie wenig unterstützend viele Ärzte sind. Als wir im Februar die erste Fehlgeburt erlebt haben war es die schlimmste Schwangerschaft die ich je erlebt habe, irgendwann lag ich nur noch im Bad vor der Toilette und habe mir gewünscht, dass es endlich vorbei ist. Zum Zeitpunkt der Ausschabung ging es mir immer noch richtig schlecht, von wegen die Übelkeit sagt einem dass alles gut ist. Mein Mann fand mich danach glaube ich ziemlich herzlos, ich war so glücklich dass es mir wieder gut ging, dass das Gefühl das der Traurigkeit total verdrängt hat. Wenn ich gefragt wurde wie es mir geht und ich ganz ehrlich geantwortet habe, dass es mir richtig gut geht, körperlich, meinte er irgendwann dass ich das doch so nicht sagen könnte, ich solle doch lieber sagen, dass ich mich gut ablenken, den Umständen entsprechend... Nach einer Fehlgeburt geht es einem nicht gut, darf es nicht.
Ganz anders war es jetzt im Sommer, da war die Übelkeit grad schon weg und ich hatte mich darauf gefreut, den Rest der Schwangerschaft nun zu genießen. Trotzdem kann ich jede Frau nachvollziehen, die sich durch diese Zeit der Übelkeit nicht durchkämpfen kann oder möchte. Es hängen eben auch noch die anderen Kinder daran, an die man denken muss. Ich hoffe es geht dir einigermaßen gut mit eurer Entscheidung, auch wenn es bestimmt immer wehtun wird. Ich wünsche dir alles Gute!

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