Das ist doch kein Zustand...

Bonsai, Dienstag, 03. Dezember 2019, 20:07 (vor 3 Tagen) @ Sonnenschein123

Hallo Sonnenschein,

gibt es keinen Hausarzt, der bei Dir einen Hausbesuch durchführen könnte?

Krankenkassen können einen zu einem Hausarzt vermitteln, der schnell einen Termin vergibt und Hausbesuche durchführt. Wichtig ist dabei, dass du deinen Zustand schilderst, wie viel Gewicht du verloren hast, wie wenig du trinken kannst. Infusionen sind eine Leistung, die bei der Gefahr der Austrocknung und wenn man aus irgendeinem Grund nicht trinken kann, von der Krankenkasse bezahlt werden können. Jedenfalls von der gesetzlichen Krankenkasse wenn der Hausarzt das plausibel begründen kann. Solange man nicht Zuzahlungsbefreit ist, muss man eine Zuzahlung (ähnlich bei Medikamenten) leisten.

Ich kann Dir aus meiner ersten Schwangerschaft berichten. Ich hatte innerhalb von 4 Wochen 10 Kilogramm abgenommen - nichts blieb drin. Ich wankte zur Frauenärztin und die bestellte ein TAxi und ließ mich zur Hausärztin fahren (vorher hatten diese telefoniert), damit mir diese eine Infusion gibt. Von dort organisierte meine Hausärztin dann einen Rücktransport, weil sie mir in diesem Zustand keinen Weg zumuten wollte. 3 TAge später brachte mein Mann mich gegen meinen Willen in ein Krankenhaus. Das war tatsächlich das Beste, was mir in diesem Zustand geholfen hat. Dort bekam ich Infusionen und wurde auf Agyrax (das damals noch Postadoxin hieß) eingestellt. In Krankenhäusern gibt es Sozialdienste, die für einen auch die Anträge auf Haushaltshilfe stellen und die einen engen Draht zu den Ärzten haben und so auch schneller eine ärztliche Bescheinigung erhalten. Manchmal reichen 2-3 TAge auch aus, damit es einem besser geht und in dieser Zeit kann ein fitter SOzialarbeiter deine Situation bereits gut klären und wichtige Anträge auf den Weg schicken.

In der zweiten Schwangerschaft war mein Sohn 2,5 und sehr vernünftig für so ein kleines Kind. Trotzdem konnte ich mich nicht um ihn kümmern. Als ich in der zweiten Schwangerschaft in die Klinik musste, hatte mein Mann bei Jugendhilfestationen und Pflegediensten angefragt. Für die Zeit, wo er Nachtdienst hatte, wäre über die Jugendhilfestation eine Betreuung organisiert worden. Zum Glück konnte kurzerhand eine Verwandte einspringen. Als ich aus dem Krankenhaus kam, haben wir eine ärztliche Bescheinigung erhalten, dass ich in meinem Zustand kein Kind betreuen kann. Damit haben wir bei der Krankenkasse eine Haushaltshilfe beantragt. Diese wurde genehmigt für die Zeit, in der mein Mann arbeiten musste und das Kind nicht in der Kita war. Die Haushaltshilfe haben wir bei einem Pflegedienst gefunden. Sie hat meinen SOhn zuhause betreut (kam, wenn mein Mann ging und ging, wenn mein Mann kam). Sie war so lieb und hat auch regelmäßig nach mir geschaut. DAs hat mir damals richtig gut geholfen. So war ich in der Wohnung, hörte dass es meinem Sohn gut ging, konnte Entscheidungen treffen und damit ging es meiner Seele auch gleich besser.

Ich weiß, wie wenig Antrieb man hat, wenn man austrocknet, tausend Dinge gleichzeitig machen soll und dann noch dumme Bemerkungen erhält.
Aber bitte, versuche einen Arzt zu finden, der dir hilft.


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