Ondansetron trotz Rote-Hand Brief

Simachma, Freitag, 21. Februar 2020, 11:53 (vor 41 Tagen) @ Sonja2

Liebe Sonja,
Ich danke dir für deine Worte und ich bewundere deine Beteiligung hier im Forum mit wissenschaftlichen Erkenntnissen jederzeit weiter zu helfen. Ich hab es nicht als leichtfertig verstanden. Es geht hier ja darum Mut zu machen, uns gegenseitig zu unterstützen. Mit dem Dilemma zurecht zu kommen, in das uns die HG stürzt. Hier gilt es zu entscheiden: einer werdenden Mutter zu helfen und dabei gleichzeitig ein großes Risiko für das neue Leben zu tragen.
Sich hier erstmals verstanden zu fühlen, diese Geringschätzung und Ignoranz zu ertragen. Erfahrungen anderer zu hören und in seine eigenen Lebensumstände einzubauen.
Welche Folgen sich aus einzelnen Entscheidungen ergeben, das kann niemand sagen. Niemand weiß, wie die Wochen der Schwangerschaft verlaufen, wie die Geburt, was das Leben bringt an Krankheiten, Schicksalsschlägen, Freuden, Glück und Happy Ends. Welche Erfahrungen unsere Entscheidungen beeinflussen und welche Entwicklungen uns wohin auch immer bringen.
Mich quält noch immer diese scheußliche, falsche Entscheidung gegen diesen unerträglichen Zustand: Aufwachen vor Übelkeit, weil das MCP nicht länger als 6 Stunden wirkt, Durst und das Erbrechen des gerade Getrunkenen... aber hier im Forum wurde mir klar, dass mein instinktiver Gedanke „ich übersteh das nicht nochmal!“ gleichzeitig richtig war. Woher Medikamente bekommen, wenn eine solche Vorgeschichte bekannt ist? Kann ich dieses Risiko selbst tragen? MCP und alles andere hatte mich komplett ausgeschaltet, aber nach 6 Stunden war die Übelkeit zurück - und es sind Kinder bereits da, die mich brauchen. Sie haben schon in den wenigen Wochen auf meine Abwesenheit aus dem Alltag stark reagiert. Es hat kein „Probieren Sie doch mal Ondansetron!“ beim Arzt gegeben - auch nicht auf meine Frage danach! Er war schon beim MCP nicht einverstanden und sehr zögernd. Und die Gründe wurden mir hier klar - was tatsächlich sehr tröstlich ist. Mein ständiger Selbstzweifel fand hier ein Ende - in meinem speziellen Fall hätte es kein Arzt riskiert. Ich hätte nicht noch mehr darum Kämpfen können, wenn solche Risiken bekannt sind. Der Spruch „Gehn sie doch in die Klinik oder suchen sie sich eine Hilfe für den Haushalt“ empfand ich wie einen Schlag ins Gesicht - und zum Stichwort „Schuld“ hab ich noch den Hinweis des Arztes parat „Ja, wenn sie keine Hilfe wollen...!“, der nur wieder zurück spielt, dass ich es ja selbst bin, die nichts annimmt. Dass seine Angebote nichts an der Hg geändert haben, das wird mir dann bewusst, wenn ich hier vom „Schuld einreden“ lese. Das Risiko für die Mutter mit HG wird so oft unterschätzt und welche Folgen Hungern in der Schwangerschaft haben kann.
Zurück zum Thema:
Wie gesagt Missbildung - aber KEIN Ondansteron.
Schlechte und Mangelhafte ärztliche Betreuung und keinerlei Signal ernstgenommen, geschweige denn betreut zu werden und unterstützt zu werden, in dem ein Medikament auf eine mögliche Dosierung getestet wird. Daher sind hier die Verläufe nicht vergleichbar, aber vielleicht doch wieder hilfreich, den eigenen Fall zu bewerten.
Beste Wünsche an alle die sich quälen und alle die ihr Wissen hier teilen.


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