Ondansetron trotz Rote-Hand Brief

Sonja2 @, Samstag, 29. Februar 2020, 23:39 (vor 33 Tagen) @ Lünelove

Liebe Lünelove,

wie geht es Dir inzwischen? Mit welchem Gefühl hast Du die Praxis Deiner Frauenärztin verlassen? Hast Du Dich unterstützt gefühlt? Hast Du Hilfe erhalten?

Wenn Du jetzt daliegst und an die Decke starrst, dann heißt das nicht, dass Du eine depressive Mutter bist oder wirst. Du machst eine sehr, sehr schwere Zeit durch. Wir alle wissen hier, wie schwer das zu ertragen ist. Heute habe ich Ausschnitte aus dem Interview mit dem ersten Corona-Patienten in Deutschland gelesen. Der schilderte, dass die Ungewissheit, wann er endlich aus dem Krankenhaus entlassen wird und die Isolation belastend gewesen sei – und ich dachte daran, wie ich wochenlang im Krankenhaus lag und nicht wusste, wann dieser elende Zustand endlich ein Ende hat und ich in der Lage sein werde, wenigstens etwas zu trinken ohne es gleich zu erbrechen. Das fand ich belastend. Es ist eine andere Welt, eine völlig andere Erfahrung, die sich den meisten Mitmenschen nicht erschließt. Und ja: es hat mich geprägt und sicherlich auch verändert. Depressiv wurde ich nicht. Wenn Du jetzt an die Decke starrst, so bedeutet das nicht, dass Du eine depressive Mutter werden wirst. Sobald Dein Kind geboren sein wird, wird der Spuk vorbei sein, Du wirst etwas essen können und feststellen, dass es schmeckt und nicht gleich wieder hochkommen will, Du wirst Dich wundern, dass es möglich ist in einem Zug ein Glas Wasser zu trinken oder auch zwei Gläser ohne dass dies zu massiver Übelkeit führt (so war es zumindest bei mir) und Du wirst Dein Baby ansehen und Dir denken: dafür habe ich das auf mich genommen – und das war es wert. Und dann kannst Du stolz sein und wirst Dich sehr, sehr glücklich fühlen. Da bin ich mir ganz sicher.

Alles Liebe, Sonja


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