Ondansetron trotz Rote-Hand Brief

Lünelove, Donnerstag, 27. Februar 2020, 12:41 (vor 35 Tagen) @ Simachma

Liebe Simachma,
ich danke dir von Herzen für deinen Beitrag und hoffe, dass es deinen Kindern heute gut geht. Dass Ärzte dich in deiner Notsituation hängen ließen, wobei sie doch eigentlich mal Arzt wurden um Menschen zu helfen. Am Ende hast du dein Kind ja bekommen und du hast überlebt, da kann keiner was sagen. Ziel erreicht...ja ja...aber wie und was am Ende von einem übrig bleibt, hätte anders sein müssen. Das sehen sie oft nur nicht (trifft auch oft auf Geburten im Krankenhaus zu.) Und du hast Recht, man bekommt Schuld eingeredet, die die eigenen Selbstvorwürfe noch untermauern und stärken. Wenn man nichts nimmt, ist man selbst Schuld, jetzt habe ich Angst, dass ich durch Ondansetron oder durch andere Medikamente Schäden verursache und mir für immer dessen bewusst bin. Ich war diejenige, die keine normale SS haben konnte. Mein Körper war und ist nicht in der Lage normal schwanger zu sein und ich musste Medikamente nehmen, mit dem Wissen, dass sie Schaden könnten. Wenn mich Leute (Familie z.b.) fragen, wie es mir geht und ich sage, dass ich jetzt medis nehme und essen kann aber dadurch das Risiko von Fehlbildungen unter anderem steigt, dann höre ich "ja, kannst du sie nicht weglassen?!" "Gibt es nicht was anderes?" Als wäre das eine Entscheidung gewesen sie zu nehmen, die ich nicht vorher lange durchdacht habe. Als wäre ich leichtfertig. Aber dass es Ernst um meine Gesundheit stand, wurde nicht gesehen.
Und jetzt sind alle froh, dass ich essen kann und verstehen, dass mir die Decke auf den Kopf fällt aber die 23 Wochen werde ich jetzt durchstehen können. Aber was sie nicht sehen ist, dass ich am Ende ein Häufchen nichts sein werde. Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass alles was mich immer ausmachte (positive Gedanken, Humor, Power, einfach lachen) schon verschwunden ist.
Ich bin gleichzeitig verschwunden und einfach nur da.


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